Hallo,
wir setzen Matrix/Element für die Kommunikation im Team und mit Partnern ein. Das Protokoll selber finde ich persönlich gut, weil es ähnlich wie E-Mail freie Anbieterwahl bzw. Selbst-Hosting ermöglicht und dennoch die Kommunikation zu anderen auf anderen Matix-Servern ermöglicht. Wenn ein relativ modernes Chat-Protokoll eingesetzt werden soll, dass sowohl OpenSource, als auch Freiheit und Unabhängigkeit ermöglicht, dann ist es durchaus richtig erstmal zu Matrix zu schauen. Die Praxis der letzten Jahre zeigt allerdings, dass Matrix überwiegend von Menschen eingesetzt wird, die einen gewissen technischen Hintergrund haben. In meinen Augen ist der Grund, dass eher fachlich orientierte User das dezentrale Modell von Matrix und Vorteile der Entkoppelung von einem zentralen Anbieter nicht wirklich verstehen UND das initiale Erstellen von einem Matrix-Account mit Schlüsseln usw. hängt viele ab. Es braucht somit Support, um dies zunächst einzurichten, was dazu führt, dass Argumentationen wie, „Wir machen das erstmal mit WhatsApp, geht ja schon.“ zu einem Dauerthema macht. Zwar ist die Account-Erstellung direkt bei Matrix.org, wenn kein eigener Server zur Verfügung steht oder einfach das Wissen fehlt, z.B. über Element erleichtert, allerdings hebel das so einige Vorteile, was den sonst wegfallenden zentralen Anbieter betrifft, wieder aus.
Kurz: Gutes Protokoll und sollte gefördert werden, aber der Einstieg und das Verständnis was das eigentlich ist, hängt viele ab, die nicht so sehr in der Technik stecken. Deshalb das übliche Akzeptanzproblem für alternative Chat-Dienste.
Alternative: Wir haben selber und auch in vielen Organisationen, neben CiviCRM auch immer hier und da eine Nextcloud in Betrieb bzw. zur Verfügung. Manchmal ist das Beiwerk und manchmal ist das eine ausgebaute Team-Plattform. In einer Nextcloud ist auch die App „Talk“ verfügbar. Ja, die ist nicht so umfangreich gedacht, wie Matrix. ABER: Wenn es um die Kommunikation innerhalb einer Organisation geht, haben alle oder fast alle ohnehin einen Account in ihrer eigenen Nextcloud. Und der gleiche Account kann ohne weitere Einrichtung sofort zum Chat mit Talk mindestens innerhalb der Organisation genutzt werden, auch per Smartphone-App. Das erleichtert den Einstieg meistens deutlich. Nextcloud Talk kann auch Bots. Wir haben solche Bots bereits erfolgreich mit CiviCRM verbunden. Damit ist es möglich auf viele Mails pro Tag zu verzichten und Civi-Ereignisse in einen Talk-Chatverlauf zu verlegen, auf den dann einige oder alle in der Organisation Zugriff haben. Der Bot und einige Komponenten sind die Schnittstelle(n) zu CiviCRM.
Vorteil: Hängt fachliche User nicht so leicht ab, wenn eine Nextcloud bereits vorhanden oder geplant ist.
Nachteil: Talk kann in Grenzen auch für externe Kommunikation (per Link) verwendet werden, ist dafür aber weniger geeignet, weil es dieses Austauschprinzip wie bei Matrix-Servern oder Mail-Servern nicht gibt.