Wie in Gegendertes CiviCRM - #4 von tschuettler angekündigt, wollen wir hier den Abstimmungsprozess starten, um in der deutschsprachigen Community eine einheitliche Form des Genderns innerhalb von CiviCRM festzulegen.
Wir wollen eine ergebnisoffene, basisdemokratische Wahl durchführen. Wohlwissend, dass einige Auswahloptionen nicht dem Anspruch an eine geschlechtergerechte Sprache gerecht werden. Selbst dann wäre aber durch die Einheitlichkeit der Übersetzung eine bessere Basis geschaffen, um für einzelne Organisationen individuelle abweichende Übersetzungen implementieren zu können.
Kontext
Abstimmungsverfahren
Es ist eine absolute Mehrheit erforderlich um die Abstimmung zu gewinnen.
Kommt es zu keiner absoluten Mehrheit im ersten Wahldurchgang, findet an gleicher Stelle eine Stichwahl statt . Zur Auswahl werden dann die beiden Optionen stehen, welche im ersten Wahldurchgang die meisten Stimmen erhalten haben.
Wir haben uns für ein mehrstufiges Abstimmungsverfahren entschieden, um zuerst die Art des Genderns zu bestimmen. Danke @Stefan_Sander für die Anregung.
Um die Anzahl der Wahldurchgänge zu reduzieren, findet die Abstimmung zu der Art des Genderns und der möglichen konkreten Ausprägung parallel statt.
Wenn dir keine der Optionen einer Abstimmung zusagt, kannst du dich auch enthalten.
Die Abstimmung endet abends am 29.06.2022.
Die Ergebnisse werden nach Ablauf der Frist für alle einsehbar sein.
Es wird einsehbar sein, wer für welche Optionen abgestimmt hat.
Abstimmung
Art des Genderns
Zur Veranschaulichung finden sich die möglichen Ausprägungen des Genderns
Art des Genderns
Mehrgeschlechtlich
Neutralisierung
Zweigeschlechtlich
Eingeschlechtlich
0Teilnehmer
Ausprägung des Genderns
Für den Fall, dass die entsprechende Art des Genderns gewinnt, soll folgende Ausprägung des Genders verwendet werden:
Mehrgeschlechtlich
Ausprägungsvariante für Mehrgeschlechtlich, falls Mehrgeschlechtlich bei Frage 1 gewinnt
Gendersternchen (Spender*innen)
Gender-Doppelpunkt (Spender:innen)
Gender-Gap (Spender_innen)
0Teilnehmer
Neutralisierung
Geschlechtsneutrale Bezeichnung (Spendende)
Da es nur eine zur Wahl stehende Ausprägung gibt, ist keine Abstimmung erforderlich. Falls sich an einzelnen Stellen keine neutralisiernde Variante in der Übersetzung finden lässt, wird die Siegervariante des mehrgeschlechtlichen Genderns verwendet.
Zweigeschlechtlich
Ausprägungsvariante für Zweigeschlechtlich, falls Zweigeschlechtlich bei Frage 1 gewinnt
Binnen-I (SpenderInnen)
verkürzte Paarform (Spender/-innen)
vollständige Paarform (Spender und Spenderinnen)
0Teilnehmer
Eingeschlechtlich
Ausprägungsvariante für Eingeschlechtlich, falls Eingeschlechtlich bei Frage 1 gewinnt
Generisches Maskulinum (Spender)
Generisches Feminum (Spenderinnen)
0Teilnehmer
Weiteres Vorgehen
Für den Fall, dass für die Art des Genderns oder für die konkrete Ausprägung des Siegers der Art des Genderns keine absolute Mehrheit zustande kommt, erfolgt ein zweiter Wahldurchgang mit einer Stichwahl.
Mit Anregung von @Andreas: Vor dem Übersetzungsstart sollten klare Regeln mit guten Beispielen im Translation Guide für Deutsch formuliert werden, damit wir zu möglichst guten und einheitlichen Übersetzungen kommen.
Die konkrete Umsetzung in Transifex wird dann Fleißarbeit sein, welche sicherlich ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird und von vielen fleißigen Händen profitiert.
Liebe Community,
ich habe die Abstimmung leider verpasst, ich möchte nur gerne eine Info mit Euch noch teilen: Wenn man mit Doppelpunkt gendert, hilft man vielen Sehbehinderten, denn die Vorleseprogramme können das am besten verarbeiten.
LG Monica
Liebe Monica,
die Abstimmung läuft noch fast 2 Wochen. Du kannst also gerne noch mitmachen
Nach Eigenauskunft des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands ist der Gender-Doppelpunkt explizit nicht zu empfehlen, da dieser andere wichtige Bedeutungen hat und unterschiedlich gehandhabt wird: Gendern - Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
Falls jedoch mit Kurzformen gegendert werden soll, empfiehlt der DBSV, das Sternchen zu verwenden, weil es laut Veröffentlichungen des Deutschen Rechtschreibrates die am häufigsten verwendete Kurzform ist und so dem Wunsch nach einem Konsenszeichen am nächsten kommt. Zudem ist davon auszugehen, dass Doppelpunkt und Unterstrich für sehbehinderte Menschen schlechter erkennbar sind als das Sternchen.
Die Abstimmung ist vorbei und wir haben glücklicherweise schon im ersten Wahldurchgang einen Sieger mit absoluter Mehrheit!
In Zukunft sollen Übersetzungen daher mit geschlechtsneutralen Bezeichnungen angelegt werden. Wenn es keine sinnvolle geschlechsneutrale Bezeichnung gibt, dann soll eine mehrgeschlechtliche Schreibweise mit einem Gender-Stern verwendet werden.
Wie bereits geschrieben, habe ich die Aussage von zwei sehbehinderten Freundinnen erhalten, wenn sie sich Texte am Rechner vorlesen lassen, die Programme am besten mit dem Doppelpunkt klarkommen. LG Monica
auch wenn das Thema schon lange her ist, bleibt Inklusion ein wichtiges Querschnittsthema, so dass ich kurz auf die “Doppelpunktvariante “ eingehen möchte.
Ich persönlich verwende sie auch. Die “Doppelpunkte” tauchen in Vorleseprogrammen als etwas längere Pause auf, die tatsächlich Menschen mit Sehbehinderung ebenfalls irritieren kann. Sollte Mensch also genug Übung und Zeit zur Formulierung haben, macht eine Neutralisierung des Wortes Sinn.
Vielen Dank an alle die Genderneutrale Sprache bzw. Wording an sich wichtig nehmen.